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Die AHV (Alters- & Hinterlassenenversicherung)
 
Die AHV wurde am 1. Jan. 1948 eingeführt. Sie ist die 1. Säule unseres Dreisäulenkonzeptes und dient als Fundament unserer Vorsorge. Die wichtigsten Eckdaten:
1925 Annahme des Verfassungsartikels
1948 AHV tritt in Kraft
1972 Verankerung des Drei-Säulen-Konzeptes in der Bundesverfassung
1997 Inkrafttreten der 10. AHV-Revision (Erziehungs- und Betreuungsgutschriften, Splitting etc.)
Das Ziel der AHV ist die minimale Sicherung im Alter bzw. der Hinterbliebenen zu garantieren.
Die AHV basiert in erster Linie auf der Solidarität zwischen den Generationen. Die laufenden Renten werden vor allem durch die so genannte aktive Bevölkerung finanziert. Dies im Vertrauen darauf, dass spätere Generationen das Gleiche tun und das Werk weiterführen werden. Diese Solidarität zwischen den Generationen wird auch Generationenvertrag genannt. Die Solidarität in der AHV geht noch weiter: Besserverdienende unterstützen schlechter gestellte Versicherte. Sie entrichten mehr Beiträge, als zur Finanzierung ihrer eigenen Rente nötig wäre, während wirtschaftlich schlechter Gestellte mehr Leistungen beziehen, als es ihren Beiträgen entsprechen würde.
 
Wichtige Eckdaten der AHV:
„2210“ ist die aktuelle (2006) Schlüsselzahl der AHV, daraus werden folgende Eckdaten abgeleitet:
Die maximale AHV-Rente Fr. 2'210.- (100%)
Die maximale Ehepaarrente Fr. 3'315.- (150%)
Die maximale Witwenrente Fr. 1'768.- (80%)
Die maximale Kinderrente Fr. 884.- (40%)
Die maximale Vollwaisenrente Fr. 1'326.- (60%)
Sind beide Eltern Rentner, darf die Kinderrente für das einzelne Kind Fr. 1’326.- nicht übersteigen.
Voraussetzungen für eine maximale Rente: Durchschnittseinkommen Fr. 79’560.- und eine Beitragsdauer von 44 Jahren (s. Formulare: Skala44-2005.pdf).
 
Witwenrente:
Der Anspruch entsteht grundsätzlich am ersten Tag des dem Tod des Ehemannes folgenden Monats.
Der Rentenanspruch erlischt mit Ablauf des Monats, in welchem die Witwe stirbt oder wieder heiratet. Hat sich die Witwenrentenbezügerin wieder verheiratet, kann sie bei Scheidung oder Ungültigerklärung
Der neuen Ehe, wenn sie weniger als zehn Jahre gedauert hat, die früher bezogene Witwenrente erneut beanspruchen. Sobald die Witwe das AHV-Alter erreicht, tritt an die Stelle der Witwenrente die Altersrente, wobei diese nicht kleiner sein kann.
 
Verheiratete Frauen:
Deren Gatte verstorben ist haben Anspruch auf eine Witwenrente:
wenn sie zum Zeitpunkt der Verwitwung ein oder mehrere Kinder oder wenn sie zum Zeitpunkt der Verwitwung das 45. Altersjahr zurückgelegt haben & mindestens 5 Jahre verheiratet waren. Die Ehejahre werden zusammengezählt, wenn sie mehrmals verheiratet waren.
 
Geschiedene Frauen:
Deren Gatte verstorben ist, haben Anspruch auf eine Witwenrente, wenn sie Kinder haben und die geschiedene Ehe mindestens 10 Jahre gedauert hat oder wenn sie bei der Scheidung älter als 45 Jahren waren und die geschiedene Ehe mindestens 10 Jahre gedauert hat oder wenn das jüngste Kind sein 18. Lebensjahr vollendet, nachdem die geschiedene Frau Ihr 45. Altersjar zurückgelegt hat. Geschiedene Frauen, die keine dieser Voraussetzungen erfüllen, haben Anspruch auf eine Witwenrente bis zum 18. Geburtstag des jüngsten Kindes.
 
Verheiratete und geschiedene Männer:
Deren Gattin verstorben ist, erhalten eine Witwerrente, solange sie Kinder unter 18 Jahre haben. Sobald das jüngste Kind das 18. Altersjahr vollendet hat, erlischt der Anspruch auf eine Witwerrente.
 
Waisenrente:
Der Anspruch auf eine Waisenrente entsteht am ersten Tag des Tode des Vaters oder der Mutter folgenden Monats. Er dauert bis zum vollendeten 18. Altersjahr – wenn in Ausbildung bis zu deren Abschluss, längstens aber bis zum vollendeten 25. Altersjahr. Die Waisenrente beträgt 40% der vom verstorbenen Elternteil zu erwartenden Altersrente. Für Kinder, die nur zu einem Elternteil in einem Kindesverhältnis stehen, beträgt die Waisenrente beim Tod dieses Elternteils 60% der vom verstorbenen Elternteil zu erwartenden Altersrente.
Sind beide Eltern gestorben, haben die Kinder Anspruch auf zwei Waisenrenten. Ist ein Elternteil verstorben und der andere betagt oder invalid, wird eine Waisenrente und eine Kinderrente ausgerichtet. Für die Plafonierung von Waisenrenten gelten die Bestimmungen für die Plafonierung von Kinderrenten sinngemäss. Dies gilt auch beim Zusammentreffen von Waisen- und Kinderrenten.
 
Aus den „2210“ werden weitere Zahlen abgeleitet:
Der maximale obligatorische zu versichernde BVG-Lohn Fr. 56'355.- (24 x 2'210.-)
Der maximale obligatorische zu versichernde BVG-Lohn inkl. AHV Fr. 79'560.- (36 x 2'210.-)
Die Erziehungs- und Betreuungsgutschriften von Fr. 39'780.- (36 x 1'105.-)
Der maximale steuerbefreiende Abzug für Selbständige Fr. 31'824.- (5 x 6'365.-)
Der maximale steuerbefreiende Abzug für Arbeitnehmer Fr. 6'365.- (8% v. 79'560.-)
 
Beitragspflicht:
Ab 1. Januar nach dem 17. (für Erwerbstätige Jahrgang 1988) bzw. 20. Geburtstag (für Nicht Erwerbstätige Jahrgang 1985).
Die Beitragspflicht erlischt nach dem erreichen des AHV-Alter (Männer 65/Frauen 64)
Der minimale Beitrag für nicht Erwerbstätige ist je nach Vermögen: Fr. 425.- und der maximale Beitrag pro Jahr ist Fr. 10’100.-. Dabei werden Renten, ohne Renten der AHV und IV mit ihrem 20-fachen Betrag kapitalisiert und als Vermögen eingesetzt. Bei Verheirateten bemessen sich die Beiträge ungeachtet des Güterstandes auf der Hälfte des ehelichen Vermögens und Renteneinkommens.
 
Beiträge:
5,05% des Bruttolohn jeweils vom Arbeitnehmer & Arbeitgeber Total 10,1%
Selbständige ab 5,116% (Fr. 8’501.- und mehr) bis Maximum 9,5% (Fr. 51’601.- und mehr)
 
Arbeitnehmer
Arbeitgeber
Total
AHV
4,2
4,2
  8,4
IV
0,7
0,7
  1,4
EO
  0,15
  0,15
  0,3
Total
  5,05
  5,05
10,1
 
Unvollständige Beitragsdauer:
Ist wenn die leistungsberechtigte Person bis zum Eintritt des Versicherungsfalls weniger Beitragsjahre als ihr Jahrgang aufweist. Bei unvollständiger Beitragsdauer fällt eine Teilrente der Rentenskala 1 bis 43 in Betracht. Grobe Faustregel für die Berechnung der Teilrente: Die Anzahl der vom Versicherten geleisteten Beitragsjahre wird geteilt durch die Anzahl Beitragsjahre, die er für eine Vollrente haben müsste. Die so erhaltene Zahl wird mit der entsprechenden Vollrente multipliziert und ergibt die Teilrente. Weist eine versicherte Person Beitragslücken auf, so können diese gegebenenfalls geschlossen werden:
In erster Linie durch die Anrechnung von sogenannten Jugendjahre, d.h. von Beitragszeiten und entrichteten Beiträgen zwischen dem 18. und 20. Altersjahr
In zweiter Linie durch die Anrechnung von Zusatzjahren, d.h. von sogenannten „Gratisjahre“ für fehlende Beitragsjahre vor 1979, wenn der Anspruchsteller versichert war oder sich hätte versichern lassen können.
Ein freiwilliger Einkauf oder eine Beitragsnachzahlung zur Schliessung von mehr als fünf Jahren zurückliegenden Beitragslücken ist hingegen nicht möglich.
 
Weitere Faktoren für die Berechnung der Rentenleistung:
Aufwertungsfaktoren:
Da die Erwerbseinkommen aus Jahren mit tieferem Lohnniveau stammen können, werden die Erwerbseinkommen auf das aktuelle Niveau aufgewertet. Der massgebend Aufwertungsfaktor hängt davon ab, in welchem Kalenderjahr die Leistungsberechtigte Person den ersten anrechen baren AHV-Beitrag entrichtet hat und wie die neueste Einkommensentwicklung verläuft.
Karrierenzuschlag:
Hat eine verstorbene Person beim Tode das 45. Altersjahr noch nicht vollendet, so wird ihr auf dem durchschnittlichen Erwerbseinkommen ein vom Alter abhängiger prozentualer Zuschlag gewährt.
 
Splitting:
Bei ledigen bzw. bei verheirateten Personen im sogenannten ersten Versicherungsfall werden die Erwerbseinkommen ungeteilt angerechnet. Wird bei verheirateten Personen der andere Ehegatte ebenfalls rentenberechtigt (sogenannter zweiter Versicherungsfall), so werden beide Renten neu Berechnet, und zwar aufgrund der ungeteilten Erwerbseinkommen vor und der geteilten Erwerbseinkommen während der Ehe.
Die Erwerbseinkommen während den Ehejahren werden ebenfalls geteilt, wenn eine verwitwete Person den Anspruch auf eine Altersrente erlangt oder wenn die Ehe einer rentenberechtigten Person geschieden wird.
Der Einkommensteilung unterliegen aber nur die Kalenderjahre zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor dem Erreichen des Rentenalters des erstrentenberechtigten Ehegatten oder dem Tod des Ehegatten bzw. der Auflösung der Ehe.
Die Voraussetzungen zur Einkommensteilung sind erfüllt, wenn die Ehegatten in den gleichen Versicherungsjahren versichert waren.
 
Finanzierung:
Die 1. Säule wird im Umlageverfahren finanziert. Erwerbstätige & Arbeitgeber Zahlen monatliche Beiträge ein, mit denen die Zahlungen an heutigen Rentner entrichtet werden.
Neben den Beiträgen der Versicherten und der Arbeitgeber tragen der Bund (Tabakzölle, fiskalische Abgaben auf gebrannten Wassern sowie einem Mehrwertsteueranteil von zurzeit 1%) und die Kantone je nach deren Finanzkraft zur Finanzierung der AHV bei. Hinzu kommen noch Zinserträge aus dem AHV-Ausgleichsfonds sowie die Einnahmen aus dem Rückgriff auf haftpflichtige Dritte.
 
Teuerungsanpassung:
Der Bundsrat passt jeweils die ordentlichen Renten der Lohn- und Preisentwicklung an, indem er auf Antrag der eidgenössischen AHV/IV-Kommission den Rentenindex auf den kommenden 1. Januar neu festsetzt, wenn:
Der Landesindex der Konsumentenpreise Ende Juni innert Jahresfrist um mehr als 4% gestiegen ist, oder
Die Renten auf den vorangehenden 1. Januar nicht erhöht worden sind.
Der Rentenindex basiert auf dem Mittel des Lohnindex und des Landesindex der Konsumentenpreise.
 
Pensionierung:
Seit 2005 gilt das ordentliche Rentenalter Für Männer mit der Vollendung des 65. Altersjahr und bei Frauen mit der Vollendung des 64. Altersjahr (Die 11. AHV-Revision sieht die Erhöhung des Rentenalters für Frauen ab 2009 auf 65 vor).
 
Vorbezug
 
1 Jahr
Monatlich
Max-Rente
2 Jahre
Monatlich
Max-Rente
Männer
6,8%
-146.2
2’003.80
13,6%
-292.4
1857.6
Frauen
3,4%
-73.1
2’076.90
  6,8%
-146.2
2003.8
 
Möglich 1 bis 2 Jahre vor Rentenbeginn (Männer 63 / Frauen 62)
Rentenkürzung Männer 6,8% / Frauen 3,4% pro Jahr (bis 2009 Jahrgang 1947)
Der Vorbezug ist spätestens am letzten Tag des Monats, in dem das entsprechende Altersjahr vollendet wird. Keine rückwirkende Anmeldung möglich.
Die AHV / IV / EO Beitragspflicht dauert bis zum ordentlichen Rentenalter.
Erst im ordentlichen Rentenalter gilt für Erwerbstätige der Freibetrag von Fr. 1'400.-
AHV-Beiträge nach dem ordentlichen Rentenalter oder bei Vorbezug sind nicht mehr rentenwirksam. Während des Vorbezugs kein Anspruch auf Kinderrente. Die Rentenkürzung ist dauernd Jeder Ehegatte kann individuell seine Rente vorbeziehen, das ordentliche Rentenalter abwarten oder die Rente aufschieben. Bei Vorbezug wird die Plafonierungsgrenze reduziert.
 
Erziehungsgutschriften:
Werden den Versicherten für Zeitabschnitte gutgeschrieben, in denen sie Kinder unter elterlicher Gewalt oder Obhut hatten. Dieser Zeitabschnitt wird ab dem Jahr nach der Geburt des 1. Kindes bis und mit dem Jahr gerechnet, in welchem das jüngste Kind 16 Jahre Alt wird. Erziehungsgutschriften werden nicht pro Kind, sondern pro Erziehungsjahr angerechnet. Alleinstehende Personen (ledige, geschiedene und verwitwete) können während der Erziehungsjahre die ganze Erziehungsgutschrift beanspruchen. Personen hingegen, die während der Erziehungsjahre verheiratet waren, haben die Erziehungsgutschriften mit dem Ehegatten zu teilen (38'700.- / 2 = 19'350.-).
 
Betreuungsgutschriften:
Können versicherte Personen für Jahre beanspruchen, in denen sie Verwandte in auf- oder absteigender Linie betreut haben, die:
Mindestens eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades der AHV/IV, Unfall- oder Militärversicherung beziehen und im gemeinsamen Haushalt leben.
Obwohl die Anrechnung der Betreuungsgutschriften erst bei der Rentenberechnung erfolgt, ist diese sofort, spätestens jedoch innerhalb von fünf Jahren geltend zu machen, da sonst der Anspruch erlischt.
 
 
 
Quellen und weitere Info finden Sie unter:
AKTE Sozialversicherungen 2007 (Keiser Verlag, Luzern, www.keiserverlag.ch)
Vertriebsentwicklung (Personalentwicklung AD) der SwissLife 
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