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Die UVG (Unfallversicherung)
 
Die UVG ist die obligatorische Unfallversicherung, und wurde 1. Januar 1984 eingeführt. Sie ist ein Bestandteil der 2. Säule und dient als Sicherheit für eine evtl. Invalidität als Komplementärdeckung.
1877 Einführung des Fabrikgesetzes (Kausalhaftpflicht des Fabrikinhabers bezüglich Berufsunfälle)
1890 Verfassungsgrundlage für die Unfallversicherung
1918 Gründung des Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
1984 Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die obligatorische Unfallversicherung
Das Ziel der UVG ist, für alle Arbeitnehmenden die gesundheitlichen, wirtschaftlichen und immateriellen Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten zu beheben oder mindestens zu mildern.
 
Wichtige Eckdaten der UVG:
Der maximale versicherbarer UVG-Lohn ist (AHV-Lohn):
Fr. 126'000.-
Invalidenrente (Leistunsdauer lebenslänglich / komplementär max 90%) bei 100% IV:
80%
Taggeld (ab den 3. Tag / Abzüge: Heilanstaltaufenthalt, bis 20% max Fr. 20):
80%
Witwen- / Witwerrente: Mit Waisenrente maximal:
70%
Rente für geschiedene Ehegatten:
20%
Halbwaisenrente:
15%
Vollwaisenrente:
25%
Obergrenze:
70%
 
Versicherte Risiken:
Die durch den UVG versicherten Risiken sind: Unfälle, unfallähnliche Körperschädigung sowie Berufskrankheiten.
Gesundheitsschädigungen, die nicht Folge einer solchen Ursache sind, begründen keinen Leistungsanspruch gegenüber der Unfallversicherung. Die Leistungspflicht wird also nicht an die Folgen Arbeitsunfähigkeit, Invalidität oder Tod geknüpft – wie in der AHV/IV –, sondern an deren Ursache. Die versicherten Folgen müssen also zu den nach UVG versicherten Risiken in einem ursächlichen (kausalen) Zusammenhang stehen.
Die Grenze zwischen Unfall und Krankheit verläuft oft fliessend. Bestimmte Körperschädigungen, die zwar nicht durch eine aussergewöhnliche äussere Einwirkung aber doch durch eine besondere körperliche Beanspruchung plötzlich und unfreiwillig entstehen, sind den Unfällen gleichgestellt. Voraussetzung ist, dass die Körperschädigung nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen ist. Folgende unfallähnliche Körperschädigung (UKS) sind den Unfällen gleichgestellt, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind: Knochenbrüche, Verrenkungen von Gelenken, Meniskusrisse, Muskelrisse, Muskelzerrungen, Sehnenrisse, Bandläsionen, Trommelfellverletzungen.
 
Begriff „Unfall“:
Unfall ist plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).
Berufsunfälle: Bei Arbeiten, die man auf Anordnung des Arbeitgebers oder in dessen Interesse ausführt (während den Arbeitspausen, sowie vor und nach der Arbeit).
Nichtberufsunfälle: Gelten alle Unfälle, die nicht zu den Berufsunfällen zählen.
 
Berufskrankheiten:
Grundsätzlich sind Krankheiten und deren wirtschaftliche Folgen nicht Gegenstand des UVG. Auch wenn eine Krankheit bei der Arbeit ausbricht oder sogar durch die Arbeit mitverursacht ist, wie z.B. ein Herzinfarkt oder eine Grippeninfektion durch Ansteckung am Arbeitsplatz, wird sie dadurch nicht zur Berufskrankheit.
Als Berufskrankheiten gelten nur Krankheiten, die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend (zu mehr als 50%) durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend (mindestens 50%) durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind
 
Begriff „Krankheit“:
Krankheit ist jede Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalls ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Art. 3 ATSG).
 
Versicherte Personen:
Obligatorische Versicherung:
Alle in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmenden, einschliesslich der Heimarbeiter, Lehrlinge, Praktikanten, Volontäre sowie der in Lehr- oder Invalidenwerkstätten tätigen Personen. Als Arbeitnehmende gelten alle Personen, die eine unselbständige Erwerbstätigkeit in Sinne der AHV ausüben. Teilzeitbeschäftigte, die weniger als 8 Stunden wöchentlich bei einem Arbeitgeber arbeiten, sind nur gegen Berufsunfälle versichert. Für solche Personen gelten aber auch Unfälle auf dem Arbeitsweg – abweichend vom Normalfall – als Berufsunfälle. Seit 1. Januar 1996 sind auch Personen, die Taggelder der Arbeitslosenversicherung beziehen, bei der SUVA obligatorisch gegen Nichtberufsunfälle versichert (keine Berufsunfallversicherung, da ja keine Erwerbstätigkeit mehr besteht).
Freiwillige Versicherung:
Freiwillig nach UVG versichern könne sich, sofern der Wohnsitz in der Schweiz begründet ist: Selbständigerwerbende (mit oder ohne Arbeitnehmende), mitarbeitende Familienmitglieder, die keinen Barlohn beziehen und nicht der AHV/IV-Beitragspflicht unterstehen. Voraussetzung ist, dass der versicherte Verdienst für den Selbständigerwerbenden mindestens 50%, bei Familienmitgliedern mindestens 33% des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes von CHF 126'000.- beträgt.
 
Dauer des Versicherungsschutzes:
Die Beitragspflicht beginnt für alle Arbeitnehmenden an dem Tag, an dem die Arbeit aufgenommen wird bzw. zu dem Zeitpunkt, da die Arbeitsaufnahme vereinbart ist, in jedem Fall aber zu dem Zeitpunkt, an dem er/sie sich auf den Weg zur Arbeit begibt.
Die Unfallversicherung nach UVG endet für den einzelnen Versicherten am 30. Tag nach dem Tag, an dem er Anspruch auf mindestens auf den halben (für die AHV massgebende) Lohn aufhört. Als Lohn gelten auch die Taggelder der obligatorischen Unfallversicherung, der Militärversicherung, der IV und der Krankenkassen, die den Lohn ersetzen.
 
Die Abredeversicherung:
Personen, deren obligatorischer Versicherungsschutz endet, haben die Möglichkeit, mit einer Abredeversicherung die Nichtberufsunfallversicherung nach UVG fortzuführen. In Frage kommen etwa folgende Fälle: Unbezahlter Urlaub, Stellenwechsel, Erlöschen des Anspruchs auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung. Jede Person, die bei ihrem Arbeitgeber durchschnittlich mindestens 8 Stunden pro Woche beschäftigt und somit für Nichtberufsunfälle versichert ist, kann die Abredeversicherung abschliessen. Der Abschluss erfolgt durch Einzahlung der Prämie. Diese beträgt Fr. 25.- pro Monat und muss spätestens an demjenigen Tag bezahlt werden, an dem die Nichtberufsunfallversicherung endet. Die Abredeversicherung gilt für die vereinbarte Versicherungsdauer, höchstens jedoch für 180 Tage.
 
UVG-Beitragspflicht:
In UVG-Obligatorium wird zwischen der Berufsunfall- (BU) und der Nichtberufsunfallversicherung (NBU) unterschieden Aufteilung der Beitragspflicht zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmenden zur Folge hat:
Die Prämien für die obligatorische Versicherung der Berufsunfälle (BU) und Berufskrankheiten gehen voll zu lasten des Arbeitgebers.
Die Prämien für die obligatorische Nichtberufsunfallversicherung (NBU) gehen zu lasten der Arbeitnehmenden, wobei aber abweichende Abreden zu Gunsten der Arbeitnehmenden zulässig sind.
 
Das UVG erbringt folgende Leistungen:
Sachleistungen (für alle Versicherten gleich):
Heilbehandlung, Hilfsmittel, bestimmte Sachschäden (direkter Zusammenhang mit Unfall), Reise-, Transport-, Rettungskosten (20% des versicherten Lohnes max. Fr. 21'360.-), Leichentransportkosten (20% bzw. Fr. 21'360.-) und Bestattungskosten (max. z.Z. Fr. 2'051.-).
Geldleistungen (abhängig vom versicherten Verdienst):
Sind: Taggeld, Invalidenrente, Abfindung, Integritätsentschädigung (nicht verdienstabhängig), Hilflosenentschädigung und Hinterlassenrente.
Die Geldleistungen (mit Ausnahme der Integritätsentschädigung) bemessen sich auf Grund des versicherten Verdienstes. Als versicherter Verdienst gilt grundsätzlich der massgebende AHV-Lohn. Zu beachten sind aber insbesondere folgende Abweichungen: Löhne, auf denen wegen des Alters des Versicherten keine AHV-Beiträge erhoben (z.B. AHV-Rentner-Freibetrag) werden sowie Familienzulagen, die als Kinder-, Ausbildungs- oder Haushaltszulagen im orts- oder branchenüblichen Rahmen gewährt werden, gelten ebenfalls als versicherter Verdienst.
 
Taggeld:
Massgebend ist der letzte vor dem Unfall erzielte Stunden-, Wochen- oder Monatslohn, einschliesslich noch nicht ausbezahlter Lohnbestandteile, auf die ein Rechtsanspruch besteht. Dieser letzte Lohn wird auf ein Jahr umgerechnet, durch 365 Tage geteilt und auf ganze Frankenbeträge aufgerundet.
 
Invalidenleistungen:
Unter Invalidität versteht das UVG die Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit durch eine voraussichtlich bleibende oder während längerer Zeit anhaltende gesundheitliche Schädigung. Der Invaliditätsgrad ergibt sich aus einem Vergleich der Erwerbsmöglichkeiten mit und ohne Unfall. Zur Erlangung einer Invalidenrente muss ein Invaliditätsgrad von mindestens 10% vorliegen.
Die Invalidenrente des UVG-Versicherers löst den Taggeldanspruch ab und dauert lebenslänglich, sofern die Erwerbsfähigkeit nicht wieder hergestellt werden kann.
Bei Vollinvalidität beträgt die Invalidenrente 80% des versicherten Verdienstes, im Maximum 80% des Höchstbetrages des versicherten Jahresverdienstes (z.Z. 80% von CHF Fr. 126'000.-). Bei Teilinvalidität bemisst sich die Rente entsprechend dem Invaliditätsgrad.
Massgebend ist der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn, also nicht wie beim UVG-Tagggeld der unmittelbar vor dem Unfall erzielte Verdienst.
Eine Revision der Invalidenrente erfolgt bei erheblicher Änderung des Invaliditätsgrades. Sie kann bis zum Erreichen des AHV-Rentenalters jederzeit vorgenommen werden.
 
Komplementärrente:
Ergibt sich aus einem Unfall neben dem Invalidenrentenanspruch aus dem UVG auch ein Anspruch auf Rente der IV oder AHV (1. Säule), so hat der Versicherte gegenüber dem UVG-Versicherer nur Anspruch auf eine sogenannte Komplementärrente. Diese entsprich der Differenz zwischen 90% des versicherten Verdienstes und der Rente der IV oder AHV, höchstens aber dem für die Voll- oder Teilinvalidität vorgesehenen Betrag.
 
Integritätsentschädigung:
Bei erheblicher, unfallbedingter Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität wird unabhängig von der Ausrichtung einer Invalidenrente eine einmalige Kapitalleistung erbracht. Diese gleicht nicht wie die Invalidenrente eine wirtschaftlich materiellen Schaden aus, sondern dient der symbolischen Wiedergutmachung der erlittenen Unfallfolgen.
Die Integritätsentschädigung wird in Prozenten des versicherten Jahreshöchstbetrages (von Fr. 126'000.-) ausgerichtet. Jeder Versicherte erhält also für die gleiche Verletzung die gleiche Entschädigung. Sind mehrere Körperteile betroffen, so werden deren Teilverluste oder Verluste für jeden Teil gesondert berechnet und zusammengezählt. Sie dürfen aber zusammen nicht mehr als 100% ergeben (s. Liste Skala pdf).
 
Hilflosenentschädigung:
Zusätzlich zur Invalidenrente werden Hilflosenentschädigungen erbracht, wenn der Versicherte wegen seiner unfallbedingten Invalidität für alltägliche Verrichtungen dauernd der Hilfe Dritter bedarf. Die Höhe wird nach dem Grad der Hilflosigkeit bemessen und beträgt:
Grad der Hilflosigkeit
Berechnung
Monatliche Entschädigung
leicht
2x Höchstbetrag des versicherten Tagesverdienstes
CHF 691.-
mittelschwer
2x Höchstbetrag des versicherten Tagesverdienstes
CHF 691.-
schwer
2x Höchstbetrag des versicherten Tagesverdienstes
CHF 691.-
 
Hinterlassenenleistungen:
Witwen- und Witwerrene:
Der überlebende Ehegatte hat Anspruch auf eine lebenslängliche Rente,
wenn er bei der Verwitwung eigene rentenberechtigte Kinder hat
oder mit anderen durch den Tod des Ehegatten rentenberechtigt gewordenen Kindern im gemeinsamen Haushalt lebt
oder wenn er mindestens zu zwei Dritteln invalid ist oder es binnen 2 Jahren seit dem Tode
des Ehegatten wird.
Witwenrente:
Die Witwe – nicht aber der Witwer – hat zudem Anspruch auf eine Rente, wenn sie bei der Verwitwung Kinder hat, die nicht mehr rentenberechtigt sind oder wenn sie bei der Verwitwung
Das 45. Altersjahr zurückgelegt hat.
Der geschiedene Ehegatte ist der Witwe oder dem Witwer gleichgestellt, sofern der Verunfallte
Ihm gegenüber zu Unterhaltsbeiträgen verpflichtet war.
Bei Wiederverheiratung erlicht der Anspruch auf die Witwen-/Witwerrente. Sofern die neue Ehe
nach weniger als 10 Jahre geschieden oder ungültig erklärt wird, lebt der Rentenanspruch wieder auf.
Abfindung an Witwen:
Erfüllt eine Witwe oder eine geschiedene Ehefrau mit Unterhaltsanspruch die Voraussetzungen für eine Witwenrente nicht, hat sie Anspruch auf eine einmalige Kapitalabfindung (nicht aber der Witwer). Diese entspricht:
Wenn die Ehe weniger als 1 Jahr gedauert hat dem 1-fachen,
Wenn die Ehe mindestens 1 Jahr, aber weniger als 5 Jahre gedauert hat dem 3-fachen
Wenn die Ehe mehr als 5 Jahre gedauert hat dem 5-fachen Jahresbetrag der entsprechenden Witwenrente.
Waisenrenten:
Kinder, die einen Elternteil verloren haben, steht eine Halbwaisenrente zu. Anspruch auf eine Vollwaisenrente haben Kinder, wenn
beide Eltern gestorben sind
der zweite Elternteil in der Folge stirbt
das Kindesverhältnis nur zu einem Elternteil besteht.
Der Rentenanspruch erlicht bei Erreichen des 18. Altersjahr oder, sofern die Ausbildung länger dauert, spätestens bei Erreichen des 25. Altersjahrs.
Ausgehend vom versicherten Verdienst ergeben sich für die Hinterlassenenrenten folgende Sätze:
Rentensätze:
%  
Witwen- oder Witwerrente
40%
Halbwaisenrente
15%
Vollwaisenrente
25%
Höchstanspruch aller Hinterlassenen zusammen
70%
Geschiedene Ehegatte mit Unterhaltsanspruch (jedoch höchstens den Unterhaltsbeitrag)
20%
Höchstanspruch aller Hinterlassenen inklusive geschiedenem Ehegatten
90%
 
Total alle Hinterlassenenrenten:
Besteht neben dem Anspruch auf Hinterlassenenrenten aus UVG ein solcher auf Renten der AHV/IV, richtet der UVG-Versicherer – wie im Invaliditätsfall – Komplementärrenten aus. Diese entsprechen gesamthaft der Differenz zwischen 90% des versicherten Verdienstes und den Renten der AHV oder IV. Die UVG-Hinterlassenenrenten werden dann anteilsmässig gekürzt. Bei Änderungen des Bezügerkreises werden die Komplementärrenten wieder angepasst.
 
Teuerungsanpassung:
Zum Ausgleich der Teuerung erhalten Bezüger von Invaliden- und Hinterlassenenrenten Zulagen. Diese gelten als Bestandteil der Rente.
Der Bundesrat setzt die Zulagen aufgrund des Landesindex der Konsumentenpreise fest. Die Zulagen werden stets auf den gleichen Zeitpunkt wie die Renten der AHV der Teuerung angepasst. Die Höhe der Teuerungszulage wird dagegen unabhängig von der AHV festgesetzt.
Bei der freiwilligen Versicherung werden Teuerungszulagen nur insofern gewährt, als sie durch Zinsüberschüsse gedeckt sind.
 
Kürzung und Verweigerung von Leistungen:
Es wäre für die Gesamtheit der Prämienzahler unzumutbar, auch die Last unfallfremder Ursachen oder das Selbstverschulden des einzelnen Versicherten vollumfänglich zu übernehmen. Dasselbe gilt auch für gewisse aussergewöhnliche Gefahren und Wagnisse, denen sich einzelne Versicherte ausnahmsweise aussetzen.
Verschulden des Versicherten:
Ob Versicherungsleistungen gekürzt oder verweigert werden, hängt davon ab, ob die Herbeiführung des Unfalls auf Absicht, Grobfahrlässigkeit oder leichter Fahrlässigkeit beruht:
Absicht: Hat der Versicherte den Gesundheitsschaden oder den Tod absichtlich herbeigeführt, so besteht überhaupt kein Anspruch auf Leistungen, mit Ausnahme der Bestattungskosten.
Wenn jedoch ein Versicherter Suizid in einem Zustand begeht, in dem er unverschuldet gänzlich unfähig war, vernunftgemäss zu handeln, entfallen die Versicherungsleistungen nicht.
Grobfahrlässigkeit:
Hat der Versicherte den Unfall grobfahrlässig herbeigeführt, so werden in der Nichtberufsunfallversicherung (NBU) die Taggelder, die während der ersten 2 Jahren nach dem Unfall ausgerichtet werden gekürzt. Die Kürzung beträgt jedoch höchstens die Hälfte der Leistungen, wenn der Versicherte im Zeitpunkt des Unfalles für Angehörige zu sorgen hat, denen bei seinem Tode Hinterlassenenrenten zustehen würden. (Definition: Grobfahrlässig handelt wer jene elementaren Vorsichtsgebote unbeachtet lässt, die jeder verständige Mensch in der gleichen Lage und unter den gleichen Umständen befolgt hätte, um eine voraussehbare Schädigung zu vermeiden.)
Leichte Fahrlässigkeit:
Einfaches fehlerhaftes Verhalten, Unvorsichtigkeit, irrtümliche Beurteilung einer Gefahr trotz sorgfältigem Überlegen usw. erfüllen nicht den Tatbestand der Grobfahrlässigkeit. Somit findet keine Leistungskürzung statt.
Ausübung eine Vergehens oder Verbrechens:
Hat die versicherte Person den Unfall bei Ausübung eines Verbrechens od. Vergehens herbeigeführt, so können die Geldleistungen der Berufs- und Nichtberufsunfallversicherung gekürzt oder in besonders schweren Fällen verweigert werden. Die Geldleistungen werden jedoch höchsten um die Hälfte gekürzt, wenn der Versicherte im Zeitpunkt des Unfalls für Angehörige zu sorgen hat, denen bei seinem Tod Hinterlassenenrenten zustehen würden. Stirbt die versicherte Person an den Unfallfolgen, so können die Geldleistungen für die Hinterlassenen ebenfalls höchstens um die Hälfte gekürzt werden.
Aussergewöhnliche Gefahren und Wagnisse:
Wagnisse und aussergewöhnliche Gefahren, deren Risiken ausserhalb des normalen Verlaufs des täglichen Lebens liegen, sind besonders unfallträchtig. Die wirtschaftlichen Folgen von Unfällen in diesem Bereich sind erfahrungsgemäss besonders schwer und würden bei uneingeschränkter Deckung Prämienerhöhungen bedingen. Das UVG sieht deshalb in der Nichtberufsunfallversicherung (NBU) für derartige Sachverhalte die Kürzung von Geldleistungen oder die Verweigerung sämtlicher Versicherungsleistungen vor.
Aussergewöhnliche Gefahren:
Bei den aussergewöhnlichen Gefahren werden zwei Gruppen unterschieden:
Sämtlicher Versicherungsleistungen werden verweigert bei ausländischem Militärdienst sowie bei Teilnahme an kriegerischen Handlungen, Terrorakten und bandenmässigen Verbrechen.
Die Geldleistungen werden mindestens um die hälfte gekürzt bei Beteiligung an Raufereien und Schlägereien (es sei denn, der Versicherte sei als Unbeteiligter oder bei der Hilfeleistung für einen Wehrlosen durch die Streitenden verletzt worden), bei Gefahren, denen sich der Versicherte dadurch aussetzt, dass er andere stark provoziert, sowie bei Teilnahme an Unruhen.
Wagnis:
Bei Nichtberufsunfällen, die auf ein Wagnis zurückgehen, werden die Geldleistungen um 50% gekürzt und in besonders schweren Fällen gar verweigert. (Wagnisse sind Handlungen, mit denen sich der Versicherte einer besonders grossen Gefahr aussetzt, ohne die Vorkehrungen zu treffen oder treffen zu können, die das Risiko auf ein vernünftiges Mass beschränken.)
Wagnis-Sportarten: Auto-Wagnisse (Autocross, etc.), Boxwettkämpfe, Catch-as-catch-can, Fullcontact-Wettkämpfe, Karate extrem, Motorbootrennen inklusive Training, Motorradrennen inklusive Training, Abfahrtsrennen mit Mountain- oder City-Bikes, Ski-Geschwindigkeits-Rekordfahrten, Tauchen in einer Tiefe von mehr als 40 Meter, Hydrospeed oder Riverboogie, Snow-Rafting (Schlauchbootfahrten auf Skipisten)
 
Organisation der Unfallversicherung:
Die SUVA ist Hauptträgerin der obligatorischen Unfallversicherung, Daneben bestehen für Arbeitgeber, die nicht obligatorisch der SUVA unterstellt sind, private Versicherungsgesellschaften, die für ihre Tätigkeit eine Zulassung des Bundes benötigen.
Sodann betreiben alle Versicherer (ohne die SUVA) gemeinsam eine Ersatzkasse. Diese Ersatzkasse erbringt für jene Arbeitnehmenden die gesetzlichen Leistungen, für die nicht die SUVA zuständig ist und die von ihrem Arbeitgeber nicht versichert sind. Die SUVA ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit und mit Sitz in Luzern. Sie betreibt die obligatorische Unfallversicherung nach dem Grundsatz der Gegenseitigkeit. Die Prämien werden lediglich nach den Unfallkosten, den Aufwendungen für Unfallverhütung und den Verwaltungskosten erhoben (Bedarfsdeckungsverfahren).
Die SUVA ist eine Selbstverwaltungsorganisation der beteiligten Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Diese üben durch einen paritätischen Verwaltungsrat die direkte Aufsicht über den Betrieb der SUVA aus. Darüber hinaus besteht eine Oberaufsicht des Bundes.
(Obligatorisch bei der SUVA versichert sind alle in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmende, einschliesslich Heimarbeiter/innen, die namentlich in folgenden Produktions-, Wirtschafts- und Verwaltungsbereichen tätig sind: Industrie, Bau- und Installationsgewerbe, Materialgewinnung und Materialaufbereitung aus der Erde und Forstwesen, Bearbeitung von Metall, Holz, Kunststoffen, Stein u.a. einschliesslich Giessereiwesen, Verkehrs- und Transportwesen, Elektrizitätswesen, Gas- und Wasserversorgung einschliesslich Abwasser- und Kehrichtbeseitigung, Betriebe die temporäre Arbeitskräfte zur Verfügung stellen, Bundesverwaltung, Verwaltungen von Bundesbetrieben und Bundesanstalten sowie gewisse andere öffentliche Vewaltungen.
Nicht in den SUVA-Bereich fallen die Kleingewerbetreibenden (Coiffeur, Bäcker usw.), Kleinhandelsbetriebe, Banken, Hotellerie, Gastgewerbe, Landwirtschaft und Gartenbau.
 
Die Finanzierung der Unfallversicherung:
Erfolgt durch die Prämien der Versicherten & Arbeitgeber sowie die Zinserträge und Regressansprüche
gegenüber schadenersatzpflichtigen Dritten. Die Versicherer führen je eine gesonderte Rechnung für
die obligatorische Berufs- und die obligatorische Nichtberufsunfallversicherung sowie für die freiwillige Versicherung. Jeder Versicherungszweig hat selbsttragend zu sein, d.h. die Einnahmen und Ausgaben
müssen sich innerhalb einer Periode die Waage halten. Es sind keine versicherungsfremden Einnahmen vorhanden. Zum Ausgleich von Schwankungen der Betriebsergebnisse sind Reserven zu bilden.
 
 
Quellen und weitere Info finden Sie unter:
AKTE Sozialversicherungen 2005 (Keiser Verlag, Luzern, www.keiserverlag.ch)
Vertriebsentwicklung (Personalentwicklung AD) der SwissLife 
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Haftungsausschlussklausel:
Die Vorsorge Schweiz haftet unter keinen Umständen für direkte oder indirekte Verluste oder Schäden.